5 Tipps die ich meinem jüngeren Mama-Ich geben würde

5 Tipps, die ich meinem jüngeren Mama-Ich geben würde

Eltern zu werden ist ein Turbo-Entwicklungs-Beschleuniger. Mein ältester Sohn wird bald 10. Und wenn ich auf mein Ich von vor 8, 9 oder 10 Jahren zurückblicke, spüre ich, dass ich nicht mehr dieselbe bin wie damals. 

Dass ich den Ausdruck „gemeinsam wachsen“ wirklich gelebt habe. Und immer noch lebe.

Rückblickend verstehe ich vieles besser, sehe klarer und hätte einige Dinge anders entschieden. Anders gelebt. Mir mehr vertraut.

Welche Tipps ich meinem Mama-Ich zu Beginn ihres MutterSeins aus heutiger Sicht mit auf den Weg geben würde, habe ich in diesem Blogartikel aufgeschrieben.

Vielleicht ist ja auch für dich der eine oder andere hilfreiche Tipp dabei.

Eltern zu werden bedeutet persönliches Wachstum

Und das, ob du willst, oder nicht. Denn deine Kinder werden dich immer und immer wieder auf deine blinden Flecken hinweisen. Werden dich mit Emotionen konfrontieren, denen du nicht ausweichen kannst. Du lernst dich selber noch einmal ganz anders, ganz neu kennen. Mutter zu werden war für mich mehr als alle Veränderungen DER Einschnitt in meinem Leben. Es gibt ein ganz klares Vorher und ein ganz klares Nachher. Plötzlich ist da ein Wesen, das dich rund um die Uhr braucht. Es braucht Zeit, in die Elternrolle hineinzuwachsen. Und es hört nie auf, je nachdem, in welcher Lebensphase, in welchem Alter sich deine Kinder befinden, denn immer wirst du mit anderen persönlichen Themen in Resonanz gehen und aufgefordert, dich mit ihnen auseinanderzusetzen.

In den ersten Jahren meines Mama-Seins bin ich oftmals tief erschöpft gewesen. Und das war dann mit der Geburt meines zweiten Kindes 5 Jahre später schon ganz anders. Denn da hatte ich schon eine ganz andere innere Sicherheit, hatte in meine Mutterrolle hineingefunden und hatte riesengroße Entwicklungsschritte hinter mich gebracht.

Aus der heutigen Perspektive heraus hätte ich meinem jüngeren Mama-Ich gerne Unterstützung angeboten, Mut zugesprochen und es bestärkt.

Verstehen kann man das Leben nur Rückwärts, leben muss man es aber vorwärts.

Søren Kierkegaard
Schauen wir uns also an, welche bestärkenden Hinweise zu Beginn meines Hineinwachsens ins MutterSein für mich hilfreich gewesen wären – und wer weiß, vielleicht kannst du dich ja von dem ein oder anderen Tipp auf deiner eigenen Reise ins Mama-Sein inspirieren lassen.

Tipp 1: Meiner Intuition vertrauen

Tatsächlich bin ich schon immer ein sehr intuitiver Mensch gewesen und es fiel mir auch schon immer leicht, mein intuitives Gefühl und inneres Wissen wahrzunehmen und abzurufen.

Was für mich die größte Herausforderung als Mama in den ersten Jahren war, dieser Intuition auch zu vertrauen. Und den Mut zu haben, dazu zu stehen und danach zu handeln.

Denn auf einmal ging es nicht mehr nur um mich. Sondern es ging um mein Kind. Für dessen Wohlergehen ich die Verantwortung trug. Und dass die Konsequenzen weitreichend sein können, erlebte ich dann auch bald.

Mit meinem älteren Sohn gab es ein einschneidendes Erlebnis, indem ich die Stimme meiner Intuition, die eigentlich nicht zu überhören war, trotzdem konsequent ignoriert habe. Und zwar, weil ich dachte, mich den Gegebenheiten anpassen zu müssen, funktionieren zu müssen. Ich dachte, ich hätte keine Wahl.

Ich hatte damals zugesagt, wieder anzufangen zu arbeiten, als mein Sohn 9 Monate alt war. Alles in mir schrie danach, ich sollte es nicht tun. Aber ich sah keinen Ausweg, fühlte mich verantwortlich. Ich fing wieder an zu arbeiten, obwohl es sich so falsch anfühlte. Und wurde erschöpfter und erschöpfter.

Dieses Erlebnis war für mich so eindrücklich und im Nachhinein nicht mehr zu ignorieren, dass es dazu geführt hat, dass ich die Entscheidung traf, von jetzt an meiner Intuition zu vertrauen und – noch wichtiger – auch danach zu handeln. Das war nicht immer einfach. Es war wie so vieles im Leben ein Prozess. Oft habe ich erst im Nachhinein erspürt, ob die Entscheidungen, die ich getroffen habe, stimmig waren oder nicht. Und oft brauchte es Mut und Vertrauen, andere, neue Wege einzuschlagen.

Heute versuche ich konsequent auf meine Intuition zu hören. Es gelingt mir nicht immer, aber doch fast immer. Ich kann inzwischen bei mir bleiben, und lasse mich nicht mehr verunsichern, einfach weil ich ganz deutlich spüre, dass etwas sich für mich stimmig oder eben nicht stimmig anfühlt. Gerade auch wenn es um meine Kinder geht. Und „ganz nebenbei“ hat dies auch dazu geführt, dass ich in vielen Lebensbereichen in den letzten Jahren immer wieder große Umbrüche vollzogen habe.

Ich habe mich im Beruf mehrfach weiterentwickelt, und habe auch hier meiner Intuition vertraut, so dass mein berufliches Umfeld immer stimmiger für mich wurde. Ich habe Aus- und Weiterbildungen gemacht, um meinem Herzenswunsch immer näher zu kommen. Ich bin aus Berlin- Neukölln mit meiner Familie ans Ende der Welt gezogen, an den Rand einer Kleinstadt im chilenischen Patagonien.

Ich habe großes Vertrauen darein entwickelt, dass ich, wenn ich meiner Intuition folge, mir selber immer näher komme. Und meine Kinder immer besser begleiten kann, weil ich mich traue, meiner Intuition entsprechend zu handeln.

Tipp 2: Bedürfnisse in Einklang bringen

Als ich Mutter wurde war mir gar nicht klar, dass ich oft überhaupt nicht wusste, was ich brauchte, damit es mir gut geht. Welches überhaupt meine Bedürfnisse sind. Und so habe ich folglich meine Bedürfnisse immer wieder übergangen. Nicht für wichtig erachtet. Hintenangestellt. Wenn ich sie denn überhaupt wahrnahm.

Zuerst musste ich lernen, meine Gefühle wieder wahrzunehmen und sie als wichtigen Kompass zu verstehen, der mir anzeigt, ob meine Bedürfnisse erfüllt sind oder nicht. Auch das war wieder ein Prozess.

Und es wurde mir immer klarer, nur wenn meine Bedürfnisse UND die der Kinder erfüllt waren, ging es uns allen gut.

Die Momente, die für mich die nährendsten Momente waren, waren die, wenn wir etwas unternahmen, was für uns als Eltern und für die Kinder gleichermaßen erfüllend war. Was für ein Glück, dass wir einen Gemeinschaftsgarten in der Nähe hatten, in dem die Kinder andere Kinder zum Spielen fanden und ich Zeit hatte, mich mit meinen Freunden auszutauschen, gemeinsam Musik zu machen oder einfach in Ruhe ein Buch zu lesen. Wir gestalteten den Ort so, dass alle die unterschiedlichen Bedürfnisse dort ihren Platz fanden.

Heute: Aus heutiger Sicht kann ich mir kaum mehr vorstellen, wie es möglich war, keinen Zugang zu meinen Bedürfnissen zu haben. Und doch habe ich lange so gelebt. Inzwischen habe ich gelernt, meine Bedürfniss wahrzunehmen und zu kommunizieren. Und das auch dank meiner Kinder. Denn Kinder sind wunderbar noch sehr stark mit ihren Bedürfnissen verbunden und fordern sie lautstark ein. Das hat mir sehr dabei geholfen, auch meine wieder wahrzunehmen, zu ihnen zu stehen und sie zu kommunizieren.

Tipp 3: Mich in Hingabe üben

In meinem Blogbeitrag über ElternSein und Hingabe hatte ich schon dazu geschrieben, warum ich die Fähigkeit der Hingabe gerade auch für Eltern so wichtig finde. 

Wie oft bin ich früher in den Widerstand gegangen und hätte mir die Situation anders gewünscht: und das war eine Quelle für ständigen Stress. Ich dachte, ich MUSS jetzt noch eine Mail schreiben, den Tisch decken, aufräumen, auf den Spielplatz gehen.

Und habe gar nicht wahrnehmen können, dass die momentane Situation sich ganz anders gestaltet, als ich dachte, dass sie zu sein hätte. Und dass gerade darin ein wunderbarer Schatz verborgen liegt, der mir hilft, wieder bei mir anzukommen, mich wieder in mir zu verankern.

Ein klassisches Beispiel hierfür ist, zu denken, ich müsse mit meinen Kindern noch zum Spielplatz gehen. Es ist noch eine Stunde bis zum Abendessen. Das Wetter ist schön. Wir machen uns auf den Weg. Meine Kinder entdecken auf dem Weg viele spannende Dinge, es geht nicht vorwärts. Wir wollen doch zum Spielplatz. Ich denke, dass es das ist, was sie jetzt brauchen.

Wenn ich es in diesem Moment schaffe, mich von dem Gedanken zu lösen, wir müssten jetzt noch schnell auf den Spielplatz , und es mir statt dessen gelingt, mich auf den Moment einzulassen, so wie er ist, dann ist das für mich gelebte Hingabe an das Leben. Und dann kann ich erst wieder wahrnehmen, welche Schätze jeder Augenblick verborgen hält, die darauf warten, von meinen Kindern und von mir entdeckt zu werden.

Heute bemerke ich viel schneller, wenn ich wieder in dieser Gedanken-Stress-Spirale hängen bleibe. Und kann mich wieder in den Moment zurückholen. Welch ein Entschleunigungs- und Entspannungsfaktor, den ich nicht mehr missen möchte in meinem Leben.

Tipp 4: Eigene Grenzen spüren und kommunizieren

Wenn ich eines gelernt habe mit meinen Kindern, so war es, meine Grenzen wahrzunehmen und selbstbewusst zu kommunizieren.

Die Grundlage, dass ich das überhaupt lernen konnte, war jedoch das Wahrnehmen meiner eigenen Bedürfnisse (siehe Tipp 2). Denn wenn ich von Grenzen spreche, meine ich meine persönlichen Grenzen, die auf meinen Bedürfnissen basieren, und nicht aufgestellte Regeln und Normen, die auf meinen Glaubenssätzen basieren und häufig unreflektiert übernommen wurden.

Zu Beginn meines MutterSeins ist es mir oft schwer gefallen meine Grenzen wahrzunehmen, und noch schwerer, sie so zu kommunizieren, dass mein Kind sie respektieren konnte.

Kinder probieren immer wieder aus, sie wollen dich als Mutter oder Vater spüren können, suchen den Kontakt, wollen erkennen, wer du wirklich bist. Erst im Kontakt und in der authentischen Beziehung können sie lernen, eigene Grenzen zu wahren und die Grenzen anderer zu respektieren.

Denn wenn ich selber nicht schaffe, meine persönlichen Grenzen wahrzunehmen und dafür selbstbewusst einzustehen, werden das auch meine Kinder schwer lernen können, denn wie in so vielem habe ich auch hier eine Vorbildfunktion.

Heute bin ich viel sicherer geworden. Und meine Grenzen wahrzunehmen und zu kommunizieren gelingt mir nicht nur mit meinen Kindern viel besser, sondern auch im Kontakt mit anderen Menschen. Und das gibt mir ein zusätzliches Gefühl von Kraft, Sicherheit und Gelassenheit. Denn ich weiß, dass ich für mich da sein kann.

Tipp 5: Selbstfürsorge ist das Fundament

Selbstfürsorge ist das Fundament. Und das kann ich nicht oft genug betonen. Nur wenn es uns gut geht, können wir für unsere Kinder auf eine Art und Weise da sein, die nährend und unterstützend ist, und die unsere Kinder als liebevoll empfinden.

Immer wenn ich ungeduldig und laut werde weiß ich: ich habe mich nicht genug um mich und meine Bedürfnisse gekümmert. Habe nicht rechtzeitig meine persönlichen Grenzen gewahrt.

Ich befinde mich dann außerhalb meines Stresstoleranzfensters. Und falle in meine automatischen Reaktionsmuster zurück, von denen ich mich doch verstandesmäßig schon längst verabschiedet habe. 

In den ersten Jahren meines Mama-Seins habe ich mich selber oft übergangen und mich aufgerieben zwischen dem Funktionieren im Arbeitskontext und dem Funktionieren als Mutter. Und mir selber wenig Zeit eingeräumt für eigene Interessen, Zeit für mich, Zeit für die Partnerschaft. Bis mir klar wurde, wie wichtig und fundamental es ist, dass es mir gut geht.

Auch das war wieder ein Prozess, unterstützt durch Achtsamkeitsübungen und dem stetigem Beobachten meiner Selbst, dem bewussten Spüren meiner Emotionen und dem Einordnen dessen, was ich wahrnahm.

Heute gelingt es mit immer öfter, rechtzeitig zu bemerken, dass ich kurz davor stehe, mein Stresstoleranzfenster zu verlassen und kann dann noch rechtzeitig einlenken, indem ich mich wieder mit mir verbinde. Indem ich zum Beispiel kurz aus der Situation gehe, tief atme und mich wieder spüre. Und von diesem Standpunkt aus gelingt es mir viel leichter, bewusst und wertegeleitet zu handeln. Hier haben mir Achtsamkeitsübungen sehr geholfen, die mich unterstützt haben, mich selber gut zu beobachten.

Und wenn ich es nicht rechtzeitig bemerke und mich meinen Kindern gegenüber ungerecht verhalte, kann ich mir sicher sein, dass sie es mir direkt zurückmelden. Und ich bekomme dann die Möglichkeit, mich für mein Verhalten zu entschuldigen.

Was würdest du deinem Mama-Ich sagen?

ElternSein ist ein Prozess der stetigen Bewusstwerdung und Transformation – sofern wir uns darauf einlassen. Doch wenn wir bereit sind, gemeinsam mit unseren Kindern zu wachsen, dann werden wir große Schritte in unserer persönlichen Weiterentwicklung machen können.

Für uns und für unsere Kinder.

Und klar, niemand kann uns abnehmen, diesen Prozess Schritt für Schritt selber zu gehen. Auch wenn ich mir all die Tipps vor 8, 9 oder 10 Jahren hätte geben können, hätte ich die Erfahrung gebraucht, um sie wirklich zu verinnerlichen – und um innerlich reifen und und in mein heutiges Mama-Ich wachsen zu können.

Und dennoch kann es unglaublich hilfreich und bestärkend sein, wenn jemand da ist, der den Weg schon gegangen ist, und dich ein Stück weit auf deinem ganz individuellen Weg in dein Mama-Sein begleitet.

Wenn du dir Unterstützung auf deinem Weg wünschst, schau dir gerne meine Angebotsseite an.

Welchen Tipp würdest DU deinem jüngeren Mama-ich mit auf den Weg geben? 

Schreib mir gerne! Ich freue mich über Austausch!

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