Mein Kind triggert mich!

Kinder triggern genau die Punkte, in denen wir empfindlich sind. Sie berühren unsere eigenen Kindheitswunden und bringen uns dadurch immer wieder an unsere Grenzen. 

Sie halten uns in vielerlei Hinsicht einen Spiegel vor. 

Löst z.B. ein Verhalten deines Kindes in dir Wut aus, reagierst du häufig nicht auf die aktuelle Situation, sondern auf etwas, was dich früher als Kind selbst verletzt hat.

Fällt es dir schwer, die starken Gefühle deines Kindes auszuhalten, sind vermutlich deine eigenen Gefühle, als du selbst Kind warst, nicht feinfühlig begleitet und zu wenig ernst genommen worden.

Wenn wir hier genau hinschauen und uns bewusst machen, was in diesen Momenten in uns geschieht, können wir uns immer mehr von unseren Triggern lösen.

Genau dafür habe ich ein Emotionsjournal für Eltern erstellt, um die eigenen Emotionen und Reaktionen besser zu verstehen.

In diesem Artikel geht es um unsere Trigger in der Beziehung zu unseren Kindern und darum, wie du mit dem Emotionsjournal damit arbeiten kannst.

Was bedeutet es, getriggert zu werden?

Getriggert zu werden bedeutet, dass eine bestimmte Situation oder ein Verhalten intensive emotionale Reaktionen in uns auslöst. Diese Reaktionen sind oft unverhältnismäßig stark im Vergleich zur aktuellen Situation. Du bemerkst das vielleicht daran, dass du dich hinterher fragst: „Was war denn da los?“ oder dass du dich selbst nicht wiedererkennst und nicht als die Mutter oder der Vater verhältst, die oder der du gerne sein möchtest.

Warum ist das so?

Wenn dein Kind etwas tut oder sagt, das in dir starke Emotionen wie Wut, Angst oder Scham hervorruft, dann reagierst du nicht nur auf das, was gerade passiert, sondern auch auf alte, ungelöste Emotionen aus deiner eigenen Vergangenheit. Es geht in diesen Momenten also nicht nur um das Verhalten deines Kindes, sondern vor allem darum, welche Gefühle dieses Verhalten in dir auslöst.

Wenn unsere Kinder unsere eigenen Wunden berühren, die wir oft schon seit unserer Kindheit mit uns herumtragen, können sie intensive Emotionen auslösen, die oft mehr mit unserer Vergangenheit als mit der aktuellen Situation zu tun haben.

Hier dürfen wir den Fokus weg vom Verhalten unserer Kinder hin zu unseren eigenen Emotionen lenken, die durch das Verhalten unserer Kinder in uns ausgelöst werden. Dein Kind ist vielleicht der Auslöser, aber nicht die Ursache für deinen Trigger.

Warum triggern uns unsere Kinder so oft?

Unsere Kinder sind wie kleine Spiegel, die uns unsere tiefsten Verwundungen und ungelösten Konflikte vor Augen halten, ob wir uns dafür bereit fühlen oder nicht. Während wir anderen Beziehungen ausweichen können, ist das bei der Beziehung zu unseren Kindern nicht möglich. Sie brauchen uns und fordern Verbindung ein, oft auf eine Weise, die uns hilflos macht oder uns triggert. Ihr ungefiltertes Verhalten und ihr unverstellter Ausdruck ihrer großen Gefühle berühren genau die Punkte, an denen wir selbst empfindlich sind. Wenn wir uns von ihrem Verhalten oder ihrem Gefühlsausdruck getriggert fühlen, dürfen wir das als Gelegenheit betrachten lernen, gemeinsam mit ihnen zu wachsen, indem wir uns unseren eigenen wunden Punkten zuwenden.

Eigene Kindheitserfahrungen und Trigger

Unsere eigenen Kindheitserfahrungen prägen uns tief und beeinflussen, wie wir auf unsere Kinder reagieren. Wenn wir als Kinder z.B. das Gefühl hatten, nicht gehört oder ernst genommen zu werden, können ähnliche Situationen mit unseren eigenen Kindern alte Gefühle der Hilflosigkeit oder Wut hervorrufen. Das Verhalten unserer Kinder kann unbewusst Erinnerungen an Momente triggern, in denen wir uns als Kind verletzt, ignoriert oder nicht wertgeschätzt gefühlt haben. Diese alten Verletzungen tauchen dann wieder auf und beeinflussen, wie wir auf unser Kind reagieren – und das ist häufig ganz anders, als wir eigentlich möchten.

Ein Gamechanger in dieser Dynamik ist es, unseren Blick auf uns selbst zu lenken und in uns hineinzuspüren. Was löst das Verhalten oder der Ausdruck der Gefühle unseres Kindes in uns aus? Welche Gefühle werden in unserem Inneren berührt? Wie reagieren wir in diesen Situationen auf unser Kind, vielleicht um unsere eigenen Gefühle nicht fühlen zu müssen?

Mein Kind triggert mich: Bewusstsein ist entscheidend

Das Bewusstsein für unsere Reaktionen auf das Verhalten oder den Gefühlsausdruck unserer Kinder ist entscheidend.

Warum ist das so?

Bewusstsein ist immer der erste Schritt hin zu Veränderung. Indem wir uns bewusst machen, warum bestimmte Emotionen bei uns ausgelöst werden und wie wir dann typischerweise reagieren, können wir beginnen, Muster darin zu erkennen. Dann bekommen wir die Möglichkeit, aus alten Mustern auszubrechen, bewusste Entscheidungen zu treffen und die Eltern zu werden, die wir für unsere Kinder sein möchten.

Oft sind unsere Reaktionen auf unsere Kinder tief in unseren eigenen Erfahrungen und Erinnerungen verwurzelt. Wenn wir verstehen, welche Situationen und Verhaltensweisen diese Erinnerungen und damit verbundene Emotionen triggern, können wir uns besser selbst verstehen und einfühlsamer mit uns selbst umgehen.

Wenn wir erkennen, dass bestimmte Situationen immer wieder die gleichen – ungewollten –  Reaktionen bei uns auslösen, können wir diese Muster bewusst durchbrechen. Anstatt automatisch zu reagieren, können wir innehalten, tief durchatmen und eine bewusste Entscheidung darüber treffen, wie wir reagieren möchten.

Das Emotionsjournal als Tool zu mehr Bewusstheit

Mit dem Emotionsjournal bekommst du ein Tool an die Hand, mit dem du dich hin zu einem bewussteren ElternSein und einem gelasseneren Miteinander schreiben kannst!

Es unterstützt dich dabei, deine eigenen Gefühle und die damit verbundenen Reaktionen besser zu verstehen.

Ein Emotionsjournal bietet Raum, um regelmäßig innezuhalten und sich selbst zu fragen: Was löst in mir bestimmte Emotionen aus? Wie kann ich besser verstehen, warum ich auf bestimmte Weisen reagiere?

Es hilft uns, Muster zu erkennen und bewusster mit unseren eigenen Gefühlen umzugehen, was uns dabei hilft, immer mehr die Mutter oder der Vater zu sein, die oder der wir wirklich sein wollen.

Schreiben ist der beste Weg, um sich selbst zu begegnen.

Max frisch

Was ist ein Emotionsjournal?

Ein Emotionsjournal ist wie ein Tagebuch, aber mit Struktur. Es leitet dich durch Fragen an, damit du deine Gedanken und Gefühle reflektieren kannst. Es ist ein therapeutisches Tool, das dir wertvolle Informationen liefert und dir hilft, dich selbst besser zu verstehen.

Wenn du es regelmäßig nutzt, dann …

  • … wirst in vielen Situationen achtsamer sein und es wird dir leichter fallen zu bemerken, was für Gefühle dein Kind in dir auslöst.
  • … wirst du vermutlich bald Muster in deinem Fühlen und Handeln erkennen können.
  • … kannst du dich bewusst entscheiden, anders zu handeln als bisher.
  • … reagierst du immer öfter gelassen auf dein Kind und handelst immer mehr als die Mutter oder der Vater, die oder der du für dein Kind seinmöchtest.

Hier bekommst du dein Emotionsjournal für 0,-€ 

Lerne deine Gefühle und die damit zusammenhängenden Reaktionen kennen und ​gestalte dein ElternSein bewusst.

„Mein Kind triggert mich“: Schnapp dir Stift und Papier

Wenn du das nächste Mal in eine Situation kommst, in der du dich durch dein Kind – sei es durch sein Verhalten oder den Ausdruck seiner Gefühle -getriggert fühlst, lade ich dich ein, dich dieser Situation bewusst zuzuwenden. Nimm dir Zeit, in dich hineinzulauschen und zu erspüren, welche Emotionen dabei in dir ausgelöst werden. Indem du diese Momente reflektierst und festhältst, kannst du mit der Zeit Muster erkennen, und dich selbst und deine Reaktionen besser verstehen. Um dann hast du die wunderbare Möglichkeit, dich bewusst für ein anderes Verhalten zu entscheiden. 

Also: Schnapp dir Stift und Papier, nimm dein Emotionsjournal als Anleitung und nutze diese Gelegenheit, um gemeinsam mit deinem Kind zu wachsen und Trigger nach und nach aufzulösen!

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