Gestern hat ein Freund von uns uns mit in den Wald genommen und sein Wissen mit uns geteilt.

Wir leben in Südchile, und der Wald hier ist zum größten Teil ursprünglicher Wald – Urwald.
Ein weitgehend belassener, gemäßigter Regenwald, in dem man das Zusammenspiel der Pflanzen, Bäume, Farne, Moose und Pilze eindrücklich beobachten kann.

Und eines wird klar: 

Der Wald funktioniert nicht isoliert.
Er lebt von Verbindung.

Wie diese Verbindung aussieht und was das mit uns Menschen zu tun hat, erfährst du in diesem Artikel.


Der Wald als Beziehungssystem

Ein Wald ist kein Nebeneinander einzelner Bäume.
Er ist ein vernetztes System.

Unter der Erde sind Bäume über Pilznetzwerke miteinander verbunden.
Sie tauschen Wasser, Nährstoffe und Informationen aus.
Geschwächte Bäume werden unterstützt, junge Bäume mitversorgt.
Auch oberirdisch stehen sie im Austausch:
Blätter senden feine Botenstoffe aus, wenn sie unter Stress geraten, auf die andere Bäume reagieren, indem sie ihre eigenen Schutzmechanismen anpassen.

Der Wald bleibt stabil, weil Regulation im Miteinander geschieht.

Nicht, weil jeder Baum für sich stark ist.

Es hat mich mit Demut erfüllt, das zu beobachten.
Hier steckt so viel Wissen.
So viel Weisheit.
Und wir dürfen lernen, dieser Weisheit wieder zu lauschen.

worms eye view of forest during day time

Co-Regulation – ein biologisches Grundprinzip

Was wir hier im Wald sehen, ist Co-Regulation - ein biologisches Prinzip:

Lebendige Systeme regulieren sich nicht allein.
Sie stimmen sich aufeinander ab, reagieren aufeinander, tragen sich gegenseitig.

Auch wir Menschen funktionieren so.

Unser Nervensystem ist von Beginn an auf Beziehung ausgelegt.
Emotionale Zustände regulieren sich besonders durch Nähe, Stimme, Blickkontakt und die Präsenz eines anderen Menschen.
Co-Regulation ist dabei kein Ersatz für Selbstregulation – sie ist ihre Grundlage.

So wie ein Wald nur als vernetztes System gesund bleibt, braucht auch der Mensch Verbindung.


Wenn Verbindung fehlt

Viele Menschen kommen heute an ihre Grenzen, weil sie versuchen, etwas allein zu tragen, das eigentlich in Beziehung gehalten werden möchte.

Gefühle, Überforderung, innere Anspannung, alte Muster – all das braucht Verbindung.
Denn unser System ist nicht dafür gemacht, alles alleine zu tragen.

Und hier können wir viel vom Wald lernen.


Wieder Beobachter werden

Vielleicht dürfen wir Menschen wieder mehr zu Beobachtern werden und lernen, uns als Teil der Natur zu verstehen.
Nicht getrennt von ihr.
Nicht über ihr.
Sondern gleichwertig. Mit denselben Grundprinzipien von Beziehung, Resonanz und Miteinander.

Wie lebt der Wald Co-Regulation? Wie leben wir Co-Regulation? Wo können wir vom Wald noch lernen? Vielleicht zuallererst darin anzuerkennen, dass wir Menschen wie auch die Pflanzen im Wald Verbindungswesen sind, die einander brauchen.


Wenn du spürst, dass dein Nervensystem gerade viel allein trägt, und du dir einen Raum wünschst, in dem Regulation wieder im Kontakt geschehen darf, dann begleite ich dich gerne ein Stück.

In meiner 1:1-Begleitung „Zurück zu dir“ geht es darum,
wieder in Verbindung zu kommen – mit dir selbst, deinem Körper und dem, was gerade da ist.

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